Altersvorsoge – und jetzt?

Die Altersvorsorge stützt sich auf die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. Da für die Jungen im Alter vom Staat nicht viel zu erwarten ist, gilt es, sich beispielsweise durch eine betriebliche Altersvorsorge abzusichern. Seit 01.01.2002 haben Arbeitnehmer laut Betrieblichem Altersvorsorgesetz das Recht, vom Arbeitgeber eine Entgeldumwandlung einzufordern. Der große Vorteil für den Arbeitnehmer liegt dabei darin, dass der Beitrag direkt vom Bruttogehalt abgeführt wird. Durch diesen Kniff schrumpft das zu versteuernde Einkommen, und somit auch die Beiträge für Renten und Krankenversicherung. Werden Beate 300 Euro Betriebsrentenbeitrag vom Bruttolohn abgezogen, verdient sie unterm Strich nur etwa 150 Euro weniger. „Das reale Einkommen fällt bei der Einzahlung in eine Betriebsrente nur um rund die Hälfte des einbehaltenen Bruttobetrags ab”, bestätigt Sachbearbeiterin Marina Noffke von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Dafür müssen die Auszahlungen im Alter komplett versteuert werden.

Mit der Riester Rente kann ein Vorsorgesparer in Banksparpläne Fondsparpläne, Versicherungen und Bausparpläne investieren. Die Anlagestrategien unterscheiden sich im Risiko und der Renditemöglichkeit für den Kunden. Vorteil bei allen ist, dass die Eigenbeiträge mit staatlichen Zulagen belohnt, oder die Einzahlungen alternativ steuerlich geltend gemacht werden können. Gerade junge Familien mit Kindern können von diesem Umstand profitieren, denn für Kinder die ab 2008 geboren wurden kann eine Kinderzulage von 300€ bezogen werden. Zudem müssen die Banken bei Auszahlungen die Beiträge und Zulagen garantieren. Ein Verlust ist somit unmöglich. Allerdings holt sich der Staat bei Ablauf des Vertrages einen Teil der Zulagen zurück. Da jedoch nicht ein Riester Vertrag dem anderen gleicht, sollte der Kunde die Vertragsbedingungen und Folgekosten eingehend prüfen, denn es gibt große Unterschiede.

Eine weitere Form der Vorsorge ist die private Rentenversicherung. Sie ist ähnlich aufgebaut wie eine Lebensversicherung jedoch im Unterschied zum Riester Modell nicht von der Steuer absetzbar. Der Vorteil der privaten Rentenversicherung besteht vorrangig darin, dass es sich um eine sichere Anlageform handelt. Der Beitragszahler spart Monat für Monat eine feste Summe und erhält mit Vertragsablauf eine einmalige Ausschüttung oder monatliche Rente. Diese muss mit dem günstigen Ertragsanteil in Höhe von 18 % versteuert werden. Leider fällt der Zinsertrag inzwischen etwas mager aus.

Beate ist derweil wieder auf dem Balkon ihrer stillvollen Singlewohnung zurückgekehrt. Zwischen den gelben Strauchmargeriten und der Kletterspindel steht einladend eingefasst ein IKEA Klapptisch und der dazugehörige Liegestuhl. Sie macht es sich bequem und sichtet in der Kemptener Abendsonne den zwei Zentimeter dicken Stapel mit Informationsmaterial. Mit jeder Grafik und jedem Dossier festigt sich der Gedanke, dass eine fundierte Vorsorge längst überfällig war. Sie stellt zufrieden fest, dass die kommende Woche ihre Unentschlossenheit beenden wird. Mit den grundlegenden Begrifflichkeiten zur Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung kann sie nach der eingehenden Beratung gut umgehen. Zudem kann die Eventmanagerin ihre derzeitige Situation nun besser umreißen und eine auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Entscheidung fällen. Die Flasche Château Les Méritz Gaillac vom letzten Frankreichtrip passt sehr gut zu dieser trockenen Aktensammlung, schmunzelt sie. Wie war das Sprichwort noch gleich? Der frühe Vogel fängt den Wurm. Angepasst auf ihre Situation heißt das dann wohl wer früh beginnt, hält die monatliche Belastung durch kleinere Beiträge gering und kann auch nach der beruflichen Karriere noch im heimlichen Weinlager nach einem guten Tropfen stöbern ohne in finanzielle Schräglage zu kommen.